Nürburgring-Nordschleife: Abenteuer aktuell

Zimmermann-Stammfahrer Wolfgang Weber über die tollste Strecke der Welt

Wolfgang Weber (54 Jahre) ist seit Jahren Stammfahrer des Zimmermann Porsche in der VLN Langstrecken Meisterschaft Nürburgring, die jetzt Nürburgring Langstrecken Serie heißt. Die Liebe zur Nordschleife hat der 54-jährige Bayer über die Jahre entwickelt. Seit 1995 ist er jedes 24h-Rennen in der Eifel gefahren. In der Langstreckenmeisterschaft hat der Fahrwerksspezialist seit 2005 mehr als 150 Starts absolviert. In dieser Zeit hat er auf der legendären Nordschleife mehr als 3.500 Runden zurückgelegt.

Auch 2020 wird Weber wieder für Mathol Racing im Zimmermann Porsche auf dem Nürburgring aktiv sein. Weber: „Die Nürburgring-Nordschleife ist die ultimative Herausforderung, auf die ich mich jedes Mal wieder freue. Jede Runde ist einfach anders. Es gibt immer wieder neue Anforderungen. Dagegen ist der neue GP-Kurs einfach nur langweilig.“ Dabei stellt die Nordschleife besondere Anforderungen an die Technik. Weber: „Es gibt auf der Nordschleife über 70 Kurven. Jede hat ihren eigenen Charakter. Zu den 600 Metern Höhenunterschied pro Runde kommen noch viele Bodenwellen, Kompressionen und Kuppen. Daher braucht ein Rennfahrzeug hier mehr Bodenfreiheit und eine perfekt abgestimmte Dämpfung. Für die Bremsen ist diese Strecke eine ganz besondere Herausforderung: es gibt Streckenteile, speziell die Strecke abwärts vor Breidscheid, wo man das Fahrzeug mehrfach hintereinander stark abbremsen muss. Im Anschluss geht es im Kesselchen über 20 Sekunden mit Vollgas bergauf, wobei die Bremsen um bis zu 500 Grad Celsius  abkühlen. Das Gleiche passiert wieder auf der langen Geraden, der Döttinger Höhe mit über zwei Kilometern Länge. Hier braucht es zuverlässige Bremsscheiben und Beläge, die bei jeder Temperatur das Fahrzeug stark und sicher abbremsen können.“

Auf der Nordschleife hat der Zimmermann-Pilot drei Lieblingsstellen. Weber: „Das Schwedenkreuz ist jedes Mal ein Erlebnis. Du musst die Kuppe am Eingang der Linkskurve, in der man nicht sieht, wo es hingeht, optimal treffen, um den Kurvenausgang perfekt zu erwischen. Danach bleibt einem erst einmal nur die Möglichkeit abzuwarten, was das Auto macht, um anschließend mit maximalem Tempo den Abschnitt zu absolvieren.“

Weber: „Spannend ist auch der Abschnitt Pflanzgarten 1. Den Sprung vor der Doppelkurve muss man gut absolvieren, sonst bekomme ich die anschließende Kurve nicht optimal und man verliert viel Zeit. Es ist jede Runde eine neue Herausforderung."

Weber: „Der Abschnitt beim Pflanzgarten 2 erinnert mich an zahlreiche Rallys. Nachdem das Auto den Bodenkontakt verloren hat, musst du es erst wieder einfangen, um anschließend das Bellof-S ideal zu durchfahren. Wenn es richtig funktioniert hat, geht die ganze Sache mit Vollgas.“

News